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Stigmatisation

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Angel81
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 20.06.2010
Beiträge: 392

BeitragVerfasst am: 23.06.2010, 19:34 Antworten mit ZitatNach oben

Erwähnung in der Bibel [Bearbeiten]
In der Bibel wird der Begriff nur im Brief des Apostels Paulus an die Galater erwähnt: „Ich trage die Zeichen (στíγμα) Jesu an meinem Leib.“ (Gal 6, 17 EU) Meist wird diese Stelle so gedeutet, dass Paulus damit körperliche Wunden meint, die er durch seine Missionstätigkeit erlitten hat.

Träger der Wundmale Christi [Bearbeiten]
Ab 1000 gibt es als Folge der verstärkten Passionsmystik Berichte von vorgetäuschten Wundmalen Christi (siehe: Selbstverletzendes Verhalten), die nur dann als sichere Stigmatisation gerechnet werden, wenn die betroffene Person bereits selig gesprochen wurde.


Fresko der Stigmatisation des Franz von Assisi in St. Katharinen (Lübeck)Der erste bekannte Fall von Stigmatisation ist der des Franz von Assisi (1181/82–1226). Das Phänomen seiner spontanen Stigmatisation soll sich am 17. September 1224 ereignet haben. Die erste Frau, die Stigmata erhielt, soll die selige Christina von Stommeln (1242–1312) gewesen sein, deren Reliquien heute in Jülich in der dortigen Propsteikirche aufbewahrt werden; am Schädel der Seligen sind Spuren einer Dornenkrone zu sehen.

In der Folgezeit gibt es vermehrt Berichte über Stigmatisationen. Die Zahl der bekannten Stigmatisierten schwankt je nach Autor zwischen 100 und über 330, da genaue Kriterien fehlen, was unter Stigmatisation zu verstehen ist (innere und äußere Stigmatisation). Die Anzahl der Träger mit den sichtbaren und spontan blutenden Wundmalen Christi dürfte 100 nicht überschreiten; der Arzt Franz L. Schleyer wies 1948 für eine medizinische Studie knapp 70 gesicherte Fälle nach.

Zu den bekannten Stigmatiserten der neueren Zeit zählen die sl. Anna Katharina Emmerick († 1824), Therese Neumann aus Konnersreuth († 1962), der am 16. Juni 2002 heilig gesprochene Pater Pio († 1968) und Marthe Robin († 1981). Bekannte zeitgenössische Stigmatisierte sind der italienische Ordensmann Bruder Elia (* 1962), die griechisch-katholische Syrerin Myrna Nazzour (* 1964) und die Berliner Architektin Judith von Halle (* 1972), eine Anthroposophin, die laut eigenen Angaben seit Ostern 2004 stigmatisiert ist. 13 Stigmatisierte wurden durch die römisch-katholische Kirche heilig und einige weitere selig gesprochen. Die katholische Kirche wertet eine Stigmatisation nicht automatisch als übernatürlich oder als Beweis der Heiligkeit. Bei den durchgeführten Heilig- und Seligsprechungen wurden die Stigmata entweder mit Schweigen übergangen oder nur als Randphänomen erwähnt.

Einige der neuzeitlichen Stigmatisierten mussten sich mehrfach medizinischen Untersuchungen von weltlicher und kirchlicher Seite unterziehen, um eine Selbstbeibringung ihrer Wunden auszuschließen. Beispielsweise wird berichtet, Handwunden von Anna Katharina Emmerick seien fest verbunden und von einer Kommission Tag und Nacht beobachtet worden, ohne dass sich an ihren Blutungen etwas geändert habe. Louise Lateau (1850–1883) ist einer der am besten dokumentierten Stigmatisationsfälle; ihre Stigmata sollen an Freitagen geblutet haben. Rudolf Virchow, der allerdings das Angebot, sie persönlich zu untersuchen, ablehnte, hielt sie für eine Betrügerin. (Bei wissenschaftlich tätigen Medizinern seiner Zeit war es üblich, Untersuchungen, bei denen von vornherein klar ist, dass sie höchstwahrscheinlich zu gar keinem Ergebnis führen können, von vornherein nicht durchzuführen.) Die heilige Veronica Giuliani (1660–1727), die am Karfreitag 1697 an Händen, Füßen und Herzen stigmatisiert wurde, trug nur die Wundmale an den Händen und Füßen, nicht aber an der Seite. Bei der Sektion nach ihrem Tode durch zwei Ärzte in Gegenwart zahlreicher Zeugen fand man angeblich jedoch ihr Herz ganz durchstochen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Stigmatisation
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Religion



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