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Gedankenwelt Wenn Du weißt wie schwer ein Gedanke ist, dann weißt Du auch wie leicht deine Sorgen sind

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Angel81
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Anmeldungsdatum: 20.06.2010
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Verfasst am:
14.09.2010, 20:24 |
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Guerilla (veraltet: Guerrilla) steht wörtlich für einen „Kleinkrieg“.[1] Gemeint ist eine besondere Art der Kriegsführung, die auch als Guerillakrieg[2] bezeichnet wird. Der Begriff Guerilla steht dabei auch für militärische, beziehungsweise paramilitärische Einheiten, die einen Guerillakrieg führen. Insbesondere im Plural, als Guerillas, sind Guerilla-Kämpfer angesprochen, für die im Deutschen auch die Synonyme „Freischärler“ und „Partisanen“ existieren.[3] Guerillero steht in diesem Zusammenhang für einen Untergrundkämpfer in Lateinamerika.
Etymologie
Das Wort Guerilla wurde Anfang des 19. Jahrhunderts über das französische guérilla aus dem spanischen guerrilla einem Diminutivum (Verkleinerungsform) des spanischen guerra („Krieg“) entlehnt.[3] Das spanische guerra geht, wie das französische guerre, auf das germanische *werra („Streit“) zurück, mit dem auch das althochdeutsche wërra („Verwirrung“, „Streit“), das mittelniederländische warre und das neuenglische war verwandt sind.[4][3]
Historischer Hintergrund war der Spanische Unabhängigkeitskrieg von 1807 bis 1814 gegen die französische Fremdherrschaft unter Napoleon. Als Ausgangspunkt für den späteren Gebrauch des Wortes wird das spanische partida de guerrilla genannt, das ungefähr „Spähtrupp“ bedeutet.[1]
Bedeutung erlangten die Begriffe Guerilla und Guerillakrieg insbesondere im 20. Jahrhundert, als Bezeichnung sozialer und nationaler Befreiungs- und Unabhängigkeitskriege in unterentwickelten Ländern
Begriffsgleichheit zu Partisan
Hauptartikel: Partisan
Das Wort „Partisan“ stammt aus dem Italienischen, während Guerrillero spanischen Ursprungs ist. Militärisch gesehen handelt es sich um Synonyme. Die in Europa gegen die faschistische Besatzung kämpfenden irregulären Einheiten werden gewöhnlich als Partisanen bezeichnet, während die Befreiungskämpfer der antikolonialen Bewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg in der Regel Guerilleros genannt werden.
Bedeutung und Geschichte
Das Wort „Guerilla“ bezeichnet
eine militärische Taktik: kleine, selbstständig operierende Kampfeinheiten, welche die taktischen Zielsetzungen der Armeeführung, meist im Hinterland des Gegners, unterstützen und dabei außerhalb ihrer Kampfeinsätze nicht als Soldaten erkennbar sind. Zur Guerillataktik gehören "nadelstichartige" militärische Operationen, die den Gegner nicht vernichten, sondern zermürben sollen.
den Guerillakampf als eine spezielle Form politisch motivierter, revolutionärer oder antikolonialer Kriege. Beim Guerillakampf handelt es sich um eine "Waffe der Schwachen" gegen einen militärisch, vor allem militärtechnologisch überlegenen Gegner. Voraussetzung für einen Guerillakampf ist die fehlende Hoffnung der Bevölkerung, ihre politischen und sozialen Forderungen mit politischen und rechtlichen Mitteln erreichen zu können, wie dies in einer Diktatur oder einem von einer fremden Macht besetzten bzw. dominierten Land der Fall ist. Entscheidend für den Erfolg der Guerilla ist der gleichzeitige, dem militärischen Kampf gleichwertige politische Kampf. In einer offenen Feldschlacht müsste die Guerillatruppe notwendig unterliegen, weil ihr die Ausrüstung einer konventionellen Armee fehlt und ihre Kämpfer meist über keine ausreichende militärische Ausbildung verfügen.
Ein entscheidendes Kennzeichen der Guerilla ist ihre hohe Mobilität und Flexibilität, oft kombiniert mit dem Fehlen der Identifizierbarkeit als 'rechtmäßiger Kombattant'. Guerilla-Einheiten sind in ständiger Bewegung, um dem militärisch überlegenen Gegner auszuweichen. Ihr Erfolg ist davon abhängig, ob es ihr gelingt, die Entscheidung darüber zu behalten, an welchem Ort, zu welcher Zeit und unter welchen Bedingungen die militärische Konfrontation mit dem Gegner stattfindet. Die klassische Landguerillatruppe operiert meist aus den Bergen heraus, welche optimales Rückzugsgebiet bilden. Sie ist auf die Unterstützung der Landbevölkerung angewiesen, die sie mit Nahrungsmitteln und Informationen versorgt.
Konfliktformen
Guerillakrieg
Guerillakrieg meint eine Kampfform irregulärer einheimischer Truppen gegen eine feindliche Armee beziehungsweise Besatzungsmacht oder aber – im Zusammenhang mit einem Bürgerkrieg – gegen die eigene Regierung.[2]Als typische Merkmale gelten in der Politikwissenschaft:[2]
Die Einheit von Guerillas und Teilen der Zivilbevölkerung. Die Bevölkerung billigt den Guerillakrieg, unterstützt diesen, oder nimmt aktiv daran teil.
Eine enge Verbindung von politischer und militärischer Zielsetzung.
Die Beschaffung von Waffen vor allem aus den Beständen des militärischen Gegners.
Die Basis und Hauptstützpunkte bilden meist ländliche Gebiete. Städte werden erst in einem fortgeschrittenen Stadium des Guerillakrieges in Kampfhandlungen einbezogen.
Traditionelle Kampfformen regulärer Streitkräfte bleiben weitgehend unwirksam. Daher können Guerillas auch einem zahlenmäßig und waffentechnisch überlegenen Feind gewachsen sein.
Der Guerillakrieg gilt als Kampfform von Befreiungsbewegungen. Als erfolgreiche Beispiele werden in der Politikwissenschaft genannt:[2]
China (1927–1949, vgl. Chinesischer Bürgerkrieg)
Indonesien (1945–1949, vgl. Indonesischer Unabhängigkeitskrieg)
Algerien (1954–1962, vgl. Algerienkrieg)
Kuba (1956–1959, vgl. Kubanische Revolution)
Vietnam (1946–1975, vgl. Vietnamkrieg)
Nicaragua (1961–1979, vgl. Nicaraguanische Revolution)
Afghanistan (1979–1988, vgl. Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion)
Tschetschenische Republik Itschkeria (1994–1996, vgl. Erster Tschetschenienkrieg)
Als bedeutende Theoretiker des Guerillakrieges und seiner Taktik gelten[2]
Carl von Clausewitz (1780–1831)
T. E. Lawrence (1888–1935)
Ho Chi Minh (1890–1969)
Mao Zedong (1893–1976)
Võ Nguyên Giáp (*1911)
Amílcar Cabral (1924–1973)
Che Guevara (1928–1967)
Carlos Marighella (1911–1969)
Régis Debray (*1940)
Charles W. Thayer (1910–1969)
Ibn al-Chattab (1969–2002)
Ihren Überlegungen und Theorien liegen die jeweiligen Erfahrungen während des Guerillakrieges in ihren Heimatländern zugrunde. So bei Mao und Giap der Gedanke des Volkskrieges. Von Mao stammt das Bild des Volkes als Wasser, in dem die Guerilla wie ein Fisch schwimmen, die Feinde dagegen ertrinken sollten. Von Che Guevara stammt die Fokus-Theorie, nach der bewaffnete Guerillas einen quasi Brandherd bilden sollten, von dem aus die Revolution in die Bevölkerung hineingetragen werde.
Unter dem Begriff der Stadtguerilla versuchten in der Bundesrepublik der 1960er und 1970er-Jahre linksextremistische Gruppen an Terminologie und Taktik südamerikanischer Befreiungsbewegungen anzuknüpfen.
Militärische Auseinandersetzungen unter Parteien, die politisch, strategisch und waffentechnisch stark unterschiedlich ausgerichtet sind, werden heute auch als asymmetrische Kriegsführung bezeichnet.
Typische Eskalationsstadien
Guerilla-Kriege durchlaufen in der Regel folgende Phasen:
Der Guerillakampf beginnt als Aufstandsbewegung, also ohne oder mit nur schwacher eigener Bewaffnung. Die Waffenbeschaffung erfolgt durch Überfälle auf gegnerische Militäreinheiten oder -einrichtungen. Die Kämpfer sind keine Soldaten und verfügen häufig nicht einmal über eine militärische Ausbildung. Sie sind Teil der Zivilbevölkerung und werden auf Grund ihrer politischen Ziele durch diese unterstützt. In dieser Phase können Guerilla-Einheiten keine strategischen Erfolge erringen, also etwa strategisch wichtige Gebiete dauerhaft besetzen, sondern müssen sich stets wieder zurückziehen.
Ohne die Unterstützung der Bevölkerung ist die Guerilla zum Scheitern verurteilt. Das unterscheidet die Guerilla vom Terrorismus, der auch ohne Unterstützung der Bevölkerung auskommt.
Bei regionalen, dann aber nur stationären Erfolgen ist die Transformation zu einem Warlord-System möglich.
Die offensive Phase des Guerillakampfes ist dadurch gekennzeichnet, dass die Mobilität des Gegners eingeschränkt ist. Die Regierungs- oder Besatzungstruppen verfügen nur noch über strategisch wichtige befestigte Stützpunkte und können sich außerhalb dieser nur noch eingeschränkt bewegen. In dieser Phase übernimmt die Guerilla-Bewegung die Initiative und organisiert sich in größeren Kampfeinheiten mit fester Struktur.
Zur Erreichung strategischer Ziele müssen die Guerilla-Einheiten die Form einer zentral gelenkten Armee annehmen. Sie treten damit aus der taktischen, defensiven Phase in eine strategisch offensive Phase ein. Es entsteht eine Revolutionsarmee.
Beispiele von Guerillakämpfen
Eine lange Zeit war der erfolgreiche Kampf der Geusen als niederländische Freiheitskämpfer gegen die spanische Herrschaft im Achtzigjährigen Krieg (1568-1648) eine Guerilla.
Der 30-jährige Unabhängigkeitskampf der kubanischen Mambises gegen die spanische Kolonialherrschaft 1868-1898 war in seinen militärischen Phasen Guerillakrieg und endete mit der Besetzung Kubas durch die USA.
Der dreijährige kubanische Revolutionskrieg gegen den Diktator Fulgencio Batista 1956-1959 endete mit der Flucht des Diktators und führte zu einer kubanischen Revolutionsregierung.
Die Huks kämpften auf den Philippinen zunächst gegen die japanische Besatzung und nach dem zweiten Weltkrieg bis 1954 für radikale Agrarreformen.
Der achtjährige algerische Unabhängigkeitskrieg der FLN gegen die französische Kolonialherrschaft 1954-1962 endete mit der Gründung der Demokratischen Volksrepublik Algerien.
Der Krieg der Việt Minh gegen japanische Besatzung, französische Kolonialmacht und später gegen US-amerikanische Besatzungstruppen 1941-1975 endete mit der Errichtung eines sozialistischen Staates.
Der Befreiungskampf der FRENTE POLISARIO gegen die spanische Kolonialmacht sowie anschließend gegen die marokkanischen Besatzungstruppen (Seit 1991 Waffenstillstand unter UNO-Vermittlung).
Der Guerillakampf der Gruppe um Che Guevara in Bolivien scheiterte 1967 an der fehlenden Unterstützung durch die Bevölkerung.
Der Kampf des maoistischen Sendero Luminoso kostete in Peru fast 70.000 Menschen das Leben.
Der Kampf der FMLN (El Salvador) und der Guerillagruppen in Guatemala enden mit Friedensabkommen.
Der Guerillakampf der Gruppe LTTE um Tamil Eelam, dauerte von 1986 bis 2009.
Der Guerillakrieg der nepalesischen Maoisten begann 1996 und ist seit 2006 vorerst eingestellt.
In Indien gibt es seit den 1960er Jahren Guerillaaktionen der maoistisch orientierten Naxaliten. Sie agieren zumeist im ländlichen Raum, mittlerweile nurmehr mit sporadischen Anschlägen. Ähnliche Guerillataktiken verfolgt die für ein eigenständiges Assam eintretende Separatistenorganisation United Liberation Front of Asom.
Der Befreiungskampf um Angola.
Der Befreiungskampf der SWAPO gegen die südafrikanische Fremdherrschaft in Namibia führte 1989/90 in die Unabhängigkeit. Namibia wird seitdem von der SWAPO regiert.
Die kurdische Guerilla-Bewegung, auch bekannt als PKK, kämpft gegen die türkische Armee.
Der Kampf der Irish Republican Army (IRA) im Irischen Unabhängigkeitskrieg (1919–1921) gegen die britische Vorherrschaft in Irland.
Der Kampf der Anti-Vertrags-IRA im Irischen Bürgerkrieg (1922/23) gegen den Anglo-Irischen Vertrag und die Truppen des neuen südirischen Freistaates Irland
Der Kampf der Provisional Irish Republican Army (IRA) und anderer irisch-republikanischer Gruppen im Nordirlandkonflikt (1969-1998) für die Loslösung Nordirlands vom Vereinigten Königreich und die Wiedervereinigung Irlands zu einer unabhängigen Republik.
Die Ushtria Çlirimtare e Kosovës, auch UÇK genannt, gegen Einheiten der jugoslawischen Volksarmee und serbische Polizeieinheiten im Jahre 1996-1999.
Die libanesische Organisation Hisbollah führte, wie z.B. im Libanonkrieg 2006, dem Guerilla-Krieg nahestehende, paramilitärische Kampfhandlungen aus.
Die älteste, noch heute aktive Guerilla-Bewegung ist die FARC in Kolumbien.
Der Zweite Burenkrieg in Südafrika, der niederländisch-stämmigen Buren gegen die Engländer, den die Buren zwar verloren, dennoch konnten sie Briten jedoch das dreifache der eigenen Verluste zufügen und so einen (für sie) günstigen Frieden erzwingen. |
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