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Die Mafia auch,, Cosa Nostra"

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heini65
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 21.06.2010
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BeitragVerfasst am: 13.08.2010, 11:38 Antworten mit ZitatNach oben

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Begriff

Die Bezeichnung wurde ursprünglich nur für den US-amerikanischen Ableger der sizilianischen Mafia verwendet, seit Ende des Zweiten Weltkrieges wird auch die originäre sizilianische Mafia so bezeichnet.[4] Die Entstehung der Bezeichnung „Cosa Nostra“ als Eigenname kann nicht eindeutig geklärt werden. Es gibt die Vermutung, dass er unter italienischen Einwanderern in den Vereinigten Staaten entstanden war, welche bereits auf Sizilien zur Mafia gehörten. Da es nun eigentlich keine Bezeichnung für die Mitglieder in der Mafia gab und auch der Begriff Mafia ungebräuchlich war, soll unter den Sizilianern untereinander nur von „Unserer Sache“ gesprochen worden sein, die zunächst selbst nicht-sizilianische Italiener ausschloss. Die Mafiosi selbst nannten sich immer «uomo d’onore», also „Mann der Ehre“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Amerikanisierung der CosaNostra in Sizilien; so wurde auch „Boss“ als Bezeichnung für Oberhaupt üblich. Hier zeigte sich exemplarisch auch in den Begriffen ein struktureller Wandel. Am Anfang des 20. Jahrhunderts galt für das (häufig gewählte) Oberhaupt einer Familie noch die Bezeichnung „Repräsentant“ oder „Capo-Famiglia“; der neuere Begriff Boss impliziert die veränderte Rolle des Anführers, der eine zunehmend autokratische Rolle in der Familie einnimmt. Während früher die Repräsentanten noch von den Mitgliedern gewählt wurden, geht die Nachfolge nun meist undemokratisch vonstatten; häufig beerbt jetzt einfach der Sohn seinen Vater als Boss. Im Gegensatz zum Begriff Mafia, der inzwischen im weitesten Sinne für jedwede organisierte Kriminalität verwendet wird, bezeichnet der Begriff Cosa Nostra tatsächlich nur die ursprüngliche Ethnie von Sizilianern, welche als kriminelle Vereinigung einschlägige Bandenkriminalität betreiben.

Öffentlich bekannt wurde der Begriff erst im Oktober 1963 durch die Aussagen des Mafiosos Joe Valachi vor dem McClellan-Committee, einem Untersuchungssauschuss des Kongress der Vereinigten Staaten. Valachi enthüllte vor dem Komitee, dass die amerikanische Organisation allgemein als „La Cosa Nostra“ bezeichnet wird.[5]
Organisation


Struktur

Die Mitglieder der Organisation sind in so genannte Familien oder Cosca/Cosche aufgeteilt, denen jeweils ein Capo/Boss vorsteht. Während zu Anfang des 19. Jahrhunderts die Mitgliedschaft in der originären sizilianischen Mafia auch gleichzeitig zur Mitgliedschaft in der US-amerikanischen Cosa Nostra qualifizierte, änderte sich dies in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und beide Organisationen gingen zunehmend getrennte Wege. Auf Sizilien wird sehr streng auf die Herkunft der Mitglieder geachtet; d.h. es sind grundsätzlich immer Sizilianer. In den USA konnte diese Trennung innerhalb der Gruppen nicht aufrechterhalten werden. So öffnete sich die Unione Siciliana schließlich auch dem Nicht-Sizilianer Al Capone, und Lucky Luciano arbeitete sowohl mit dem Kalabresen Frank Costello, wie auch mit Vito Genovese, der Neapolitaner war, als auch Nicht-Italienern zusammen. So gehörte der irische Auftragsmörder Frank Sheeran zu den wenigen, denen seitens des FBI die tatsächliche Mitgliedschaft in der US-amerikanischen Cosa Nostra zugerechnet wurde.

In den 1930er Jahren wurde erst in New York City dann auch landesweit eine ‚Kommission‘ geschaffen, die sich aus den Bossen der Familien bildete und gedacht war, um Streitigkeiten ohne interne Kriege zu lösen. Entsprechende Absprachen waren auch schon in Italien zwischen den dortigen Familien getroffen worden; aber erst 1957 wurde auf Grund der Notwendigkeit der Absprachen bezüglich des Heroinhandels in die USA eine Kuppel („cupola“) aus zunächst 12 Mitgliedern gebildet. Diese konnte allerdings die beiden großen Mafiakriege 1962/63 bzw. 1981–83 nicht verhindern. Seit dem Zweiten Mafiakrieg ist die Kommission kein demokratischer Verband mehr, sondern eine Institution, mit der die dominierende Fraktion ihren Willen in der gesamten Organisation durchsetzt.

Hierarchien

Die Hierarchie in der sizilianischen Mafia, die sich allerdings amerikanisiert hat, d. h. der Terminus „Boss“ ist nun ebenfalls üblich, ähnelt in gewisser Weise dem Aufbau einer Römischen Legion bzw. ist der Armee des Römischen Reiches angelehnt; oft wird auch der Vergleich mit der inneren Struktur der katholischen Kirche gezogen:

1.Comissione Interprovinciale (alle Capi Com., früher Kollegialorgan, seit den Corleonesi + Capo dei capi)

2.Comissione Provinciale + Capo Comissione (Provinzkomission mit allen Capi Mand. + Provinzrepräsentant)

3.Capo mandamento (Repräsentant von je 3 cosche, Familien)

4.Capofamiglia/ Rappresentante (Repräsentant der Familie, Boss)

5.Consiglieri (mehrere Berater)

6.Capodecina („Zehnerboss“, direkter Boss einer einzelnen Gruppe von bis zu zehn „Ehrenmännern“)

7.Soldati/Picciotti (normale Mitglieder/„Ehrenmänner“)

Eine Mitgliedschaft in der Cosa Nostra ist weiterhin eine von außen nicht leicht feststellbare Angelegenheit. Da das Gebot des Schweigens – die Omertà – aber zunehmend von den Mitgliedern der Mafia selbst gebrochen wurde, hat sich die Informationslage für Außenstehende deutlich verbessert. Auch als Nicht-„Pentito“ schriftliche Belege über die Cosa Nostra anzufertigen, wird als Todsünde gewertet; so wurde 1969 der Tod von Michele Cavataio unter anderem auch deshalb beschlossen, weil er die Clans von Palermo und deren wichtigste Vertreter auf einem Lageplan verzeichnet hatte.

„Schriftliches, oder gar Mitgliederlisten, kämen der Mafia nie in den Sinn; eine Bürokratie wie bei der P2 ebenfalls nicht; sie würde die Flexibilität und Wandelbarkeit des Clans nicht nur stören, sondern wohl total zerstören“






Die sizilianische Cosa Nostra

Sizilien in ItalienDie sizilianische Cosa Nostra entstand wahrscheinlich in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts aus den Strukturen der Gabelloti, weitgehend korrupte Statthalter, welche die Güter der zumeist adligen Großgrundbesitzer vor aufständischen Bauern und Briganten zu schützen hatten. Im Lauf der Geschichte Siziliens verloren jedoch die vordem mächtigen Familien, meist aus dem nördlicheren Italien stammend, Kontrolle, Einfluss und schließlich ihren Besitz an die ursprünglich von ihnen selbst eingesetzten Verwalter. Regional gab es auch Verschmelzungen der Gabelloti mit dem sizilianischen Brigantismus. Die Präsenz der Cosa Nostra ist am stärksten in Westsizilien ausgeprägt. Palermo, die Hauptstadt Siziliens, hat auch die größte „Familiendichte“; in fast allen Stadtteilen existiert eine Familie.

Die Basisorganisation ist die so genannte Familie, die ein Territorium kontrolliert, eine Ortschaft, ein Gebiet von Ortschaften oder ein Stadtviertel. Die Größe der einzelnen Familien variiert stark: So hatte die Familie ‚Santa Maria di Gesù‘ aus Palermo Anfang der 1980er Jahre zirka 200 Mitglieder, während es durchaus auch Familien mit weniger als 10 Mitgliedern gibt. Die lange dominierende Familie der Corleoneser bestand im Jahr 1993 aus 38 Mitgliedern.[1]

In die Cosa Nostra tritt man durch Hinzuwahl (Kooptation) oder Aufruf ein. Ein Kandidat tritt fast immer der Familie seines Geburtsortes bei. Vor dem Beitritt wird die Familie (auch die Vorfahren) des potenziellen neuen Mitglieds streng überprüft. Sind oder waren Verwandte Polizisten, Staatsanwälte oder Zuhälter, ist die Aufnahme völlig ausgeschlossen. Um sich für die Mitgliedschaft zu qualifizieren, muss der Kandidat im Vorhinein eine Prüfung bestehen; dies ist normalerweise ein schwerer krimineller Akt, häufig ein Mord oder ein bewaffneter Raubüberfall. Der Kronzeuge Antonino Calderone dagegen, dessen Onkel und älterer Bruder die Familie von Catania leiteten, hatte lediglich einen gesuchten Ehrenmann zwischen zwei Verstecken zu chauffieren. Durch eine speziellen Initiationsritus tritt das neue Mitglied der Organisation bei. Immer geschieht die Aufnahme in Gegenwart anderer Mitglieder, der Novize wird in einen Finger oder Daumen gestochen, lässt das Blut auf ein Heiligenbild tropfen und leistet dann einen Eid auf die Familie und die Normen und Gesetze der Cosa Nostra.[2] Die Mitgliedschaft ist ausschließlich Männern vorbehalten, auch wenn die Frauen im Umfeld eine wichtige Rolle spielen, da sie das Wertesystem der Cosa Nostra an ihre Kinder weitergeben. Zwei Mitglieder dürfen sich untereinander nicht zu erkennen geben, es bedarf eines dritten Mitglieds, der beide als cosa nostra (unsere Sache) oder la stessa cosa (dieselbe Sache wie wir) einander vorstellt.

Die Cosa Nostra hat eine weitgehend hierarchische Struktur mit einem so genannten „militärischen Flügel“ und einem wirtschaftlichen. Ihren Zusammenhalt stützt sie wesentlich auf einen internen Kodex mit strengen wertkonservativen Verhaltensregeln. Allen Ehrenmännern gemeinsam ist die ablehnende Haltung gegenüber dem Staat. Diese Haltung ist in der Cosa Nostra so stark verwurzelt, dass ein Ehrenmann, wird er selbst Opfer eines Verbrechens, niemals Anzeige erstattet; laut mehrerer „Pentiti“ stellt die schlimmste Beleidigung für einen Ehrenmann das Wort „sbirro“ (etwa Häscher/Bulle) dar. Die Hauptsitze der Cosa Nostra befinden sich auf Sizilien. Sie zählt ca. 5500 Clan-Mitglieder. In den 1970er Jahren errichteten einige mächtige Familien auch Dependancen in Neapel, Rom, Bologna, Turin und Mailand. In Neapel operiert auch seit den 1930er Jahren eine reguläre Familie; während der Faschistischen Ära in Italien existierte auch eine Familie in Tunis, die aus Exilanten bestand. Im Unterschied zur amerikanischen Organisation kommen die Angehörigen der sizilianischen Cosa Nostra aus nahezu allen Gesellschaftsschichten und ihr gehören beispielsweise auch viele Ärzte, Rechtsanwälte, Bankiers und erfolgreiche Unternehmer an. Dies bedeutet, dass sie weit stärker in der Gesellschaft verankert ist als ihr amerikanischer Ableger, der weitgehend am Rand der Gesellschaft existiert.

Die Cosa Nostra ist heute eine international operierende Verbrecherorganisation. Diese Organisation wurde und wird wahrscheinlich immer noch von einer Kuppel (siehe auch sizilianische Mafia-Kommission) befehligt, die sich aus den Oberhäuptern der wichtigsten Familien zusammensetzt. Inzwischen ist die Organisation infolge des Zweiten Mafiakrieges stark zentralisiert. Zumindest in den 1980er und 1990er Jahren stand die gesamte Organisation unter der Kontrolle eines einzigen Bosses.

Für Morde, die oft von jungen Mitgliedern niedrigen Ranges ausgeführt werden, bezahlen die „Familien“ grundsätzlich niemandem Geld; sie sind die Gegenleistung für die Mitgliedschaft und den Schutz, welchen die Mafia ihrem Mitglied bietet, und dienen auch als Möglichkeit, Prestige und Reputation zu erwerben. Die Cosa Nostra führt ihre Morde grundsätzlich allein aus; sie wirbt niemals Außenstehende oder etwa Auftragsmörder an. Bei der Wahl der Methoden geht sie normalerweise ebenfalls streng pragmatisch vor; im allgemeinen ist Mord die letzte Wahl, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Giovanni Falcone: „Ehrenmänner sind weder Teufel noch Wahnsinnige. Es stimmt nicht, dass sie für ein Gramm Kokain ihren Vater oder ihre Mutter umbringen würden. Sie sind Menschen wie wir...Wir müssen anerkennen, dass sie uns ähnlich sind.“[3] Wird ein Ehrenmann bei der Ausführung einer kriminellen Tat im Dienst der Familie verhaftet, so hat er auch Anspruch auf finanzielle Unterstützung seitens der Familie. Auch seine Blutsfamilie kann in diesem Fall auf die Solidarität der anderen Ehrenmänner und des Bosses der Familie hoffen. Anders ist dies bei den Aktivitäten der einzelnen Mitglieder. Ehrenmänner, die auf eigene Faust illegale Geschäfte unternehmen, sind nicht zwingend dazu verpflichtet, die Gewinne hieraus zu teilen, sind dann jedoch im Fall einer Festnahme auch auf sich allein gestellt. Nach der Machtübernahme der Corleoneser Anfang der 1980er Jahre änderte sich dies ebenfalls und die einzelnen Familien mussten seitdem eine prozentuale Abgabe aus all ihren Gewinnen an die Kommission abführen.

Auf Sizilien verfügt die Cosa Nostra praktisch über ein illegales Gewaltmonopol, wenngleich sich im südöstlichen Sizilien eine konkurrierende Gruppe, die Stidda, gebildet hat. Die Beziehung zur "normalen" Kriminalität sind zwiespältig; einerseits rekrutiert die Cosa Nostra häufig aus ihren Reihen die fähigsten Leute, andererseits bekämpfte die Organisation die „unerwünschte“ Kriminalität auch lange Zeit. Zuhälter, Diebe und auch Triebtäter wurden hart bekämpft; dies ging durchaus bis zum Mord. So ließ der mächtige Boss Stefano Bontade Ende der 1970er Jahre alle Diebe in dem von ihm beherrschten Territorium eliminieren. Nach dem Zweiten Mafiakrieg wurde diese Politik auf Anweisung der Corleoneser jedoch für viele Jahre aufgegeben. Dies geschah angeblich in der Hoffnung, die Polizei, Staatsanwälte und Gerichte derart mit der „normalen“ Kriminalität zu beschäftigen, dass für eine wirksame Bekämpfung der Organisation die Zeit und Ressourcen fehlten.
Geschäftsfelder


Sowohl von der sizilianischen wie der US-amerikanischen Cosa Nostra werden alle Arten illegaler Aktivitäten betrieben. Originärer Schwerpunkt, und auch heute noch eine der Haupteinnahmequellen auf Sizilien, ist die Schutzgelderpressung. Schutzgeld wird flächendeckend im Herrschaftsgebiet eingetrieben; sie hat damit praktisch den Charakter einer Steuer und untermauert den staatsähnlichen Anspruch der Mafia als allgemeingültige Organisation. In Palermo hat die Schutzgelderpressung eine sehr lange Tradition, in anderen Städten wie Catania wird sie dagegen erst seit den 1980er Jahren praktiziert.

Die La Cosa Nostra in den USA wurde durch die Alkoholprohibition von 1920 bis 1932 groß, hatte aber auch immer starke Wurzeln im legalen und illegalen Glücksspiel. Nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen dann die Amerikaner in den Drogenhandel zunächst mit Heroin ein, der dann im Prinzip ab 1957 von den Sizilianern übernommen wurde. Ein weiteres Standbein vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Schmuggel mit diversen Gütern (beispielsweise Zigaretten oder Kaffee) und die Kontrolle des Schwarzmarktes. Jahrzehntelang organisierte die Cosa Nostra außerdem Entführungen meist sehr reicher Leute; dies wurde Ende 1960er Jahre auf Sizilien selbst endgültig verboten und nur auf dem italienischem Festland weiterhin gestattet; Tommaso Buscetta nannte dafür mehrere Gründe: „Die `Kommission´ hatte beschlossen, dass Personenentführungen in Sizilien nicht mehr stattfinden dürfen, und das nicht nur aus humanitären, sondern aus praktischen Gründen. Die Entführungen schaffen in der Bevölkerung ein allgemein feindseliges Klima gegenüber den Entführern, und das ist kontraproduktiv, wenn es in Gebieten wie Sizilien geschieht, wo die Mafia traditionell eingesessen ist; außerdem provozieren Entführungen eine größere Aufmerksamkeit der Polizei gegenüber der organisierten Kriminalität“.[2] Dieses allgemeine Verbot galt auch für die `normalen´ Kriminellen; nach der Entführung einer Frau aus Palermo wurde die Frau befreit und einer der beiden Täter vom Boss Rosario Riccobono umgebracht.[2] Von den Corleonesern wurde das Verbot in den 1970er Jahren allerdings wiederholt unterlaufen, nicht nur, um Geld einzunehmen, sondern auch als Machtdemonstration, da sie bevorzugt Unternehmer entführten, die unter dem Schutz gegnerischer Familien standen.

Die Prostitution dagegen wird von der Cosa Nostra nicht betrieben und gilt als streng verboten. „Wir haben die Prostitution stets von den Geschäften der Cosa Nostra ausgeschlossen und alle verachtet, die die Prostituierten ausbeuten. In den dreißiger Jahren schickte der Präfekt Mori auch Zuhälter auf die Inseln in die Verbannung. Dort organisierten die Uomini d´onore (Ehrenmänner) Prügelaktionen gegen diese "Ricottari", wie sie seinerzeit hießen“.[7]

Im illegalen Waffenhandel spielt die sizilianische Cosa Nostra dagegen eine bedeutende Rolle. Außerdem betreibt die Cosa Nostra in großem Umfang Geldwäsche und erwirbt sich durch Korruption öffentliche Aufträge im Bausektor, Gesundheitswesen und der Müllbeseitigung. Die Cosa Nostra betreibt auch in großem Umfang Subventionsbetrug, seit die EU für die Vernichtung von überschüssigen Erträgen die Landwirtschaft subventioniert.

Seit den 1960er Jahren vertreibt die Cosa Nostra den Großteil des Heroins in Amerika und Europa; auch ein Teil des europäischen Kokainmarktes wird von ihr betrieben, wenn auch die ’Ndrangheta hier inzwischen klar führend ist und etwa 80 % des europäischen Kokainhandels kontrolliert.[8]

Durch den internationalen Drogenhandel hat sich eine internationale Arbeitsteilung herausgebildet, in der die Cosa Nostra, die neapolitanische Camorra, die kalabresische ’Ndrangheta und Banden anderer Länder zusammenarbeiten, da offensichtlich der gesamte organisatorische Komplex von Ernte der Drogen, Logistik und Vertrieb durch eine Gruppe nicht mehr zu bewältigen ist. Von den späten 1970er bis Mitte der 1980er Jahre verarbeitete die Cosa Nostra das aus der Türkei und dem Vorderen Orient gelieferte Opium noch selbst; 1985 wurde jedoch das letzte Drogenlabor von Behörden in Alcamo entdeckt; seitdem ist man offensichtlich dazu übergegangen, das Heroin direkt in den Ursprungsländern im Mittleren Osten herzustellen. Die sizilianische Organisation, spezialisiert vor allem auf den Heroinhandel, tauscht seit den 1980er Jahren zudem auch Heroin mit den kolumbianischen Kartellen, die dafür im Gegenzug Kokain nach Europa liefern.

Auch in vielen legalen Geschäftsbereichen war und ist die Cosa Nostra sehr präsent. Als Beispiele sind vor allem das Gesundheitswesen, das Baugewerbe, das Gastronomie- und Gaststättengewerbe, der Export von italienischen Lebensmitteln und allgemein die Landwirtschaft zu nennen.

„In der Cosa Nostra gibt es zahlreiche kleine Unternehmer. Mehr noch: Die Mehrheit in ihr besteht aus Geschäftsleuten, Männern, die Läden, Firmen und Unternehmen führen. Sie treiben Handel, sind erfinderisch und von morgens bis abends unterwegs. Ruhelose Menschen, denen ein aktives Leben gefällt, die neue Dinge mögen und die eine unendliche Zahl von Leuten aus allen möglichen Bereichen kennen. Unternehmer, die rund um die Uhr hellwach sind. […] Luciano Liggio, das Oberhaupt der Corleoneser, war Gutspächter und verstand sich auf Landwirtschaft wie alle Corleoneser und wie die Grecos, die Bosse aus der Peripherie Palermos. Die Bontades z. B. betrieben u. a. Südfrüchtehandel. In der Cosa Nostra gab es immer viele Händler und Exporteure von Südfrüchten, heute sind auch zahllose Bauunternehmer und Akquisiteure öffentlicher Aufträge darunter. Cavataio war ein kleiner Bauherr, Rosario Spatola ein großer Bauunternehmer, einer der größten in Palermo. Einer der Vernengos hatte eine Fabrik für Kühleis. Gaetano Badalamenti hielt u. a. Kühe und verkaufte Käse. Viele andere waren Fuhrunternehmer, Ersatzteillieferanten für Kraftfahrzeuge, Metzger, Vieh-, Fisch,- oder Obsthändler. Nitto Santapaola begann als fahrender Schuhhändler und wurde schließlich Generalvertreter von Renault in Catania. Sein Bruder Salvatore hatte eine Rosticceria. Die Ferreras verkauften Mineralwasser und unterhielten Spielkasinos.(…) Sogar Priester sind dabei, wie etwa Padre Agostino Coppola. Er hat den Corleoneser-Boss Totò Riina mit Antonietta Bagarella getraut, während Totò im Untergrund lebte. Außerdem sind viele Ärzte und Rechtsanwälte dabei.“

– Antonino Calderone: ‚Pentito‘ und Kronzeuge in den Maxi-Prozessen.

Der gesamte Erlös in Italien wird von der staatlichen Antimafia auf 100 Milliarden Euro geschätzt, was dem Doppelten des Umsatzes des Autokonzerns Fiat entspricht


( Quelle Wikipedia)

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Angel81
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Anmeldungsdatum: 20.06.2010
Beiträge: 392

BeitragVerfasst am: 06.10.2010, 00:47 Antworten mit ZitatNach oben

Die Mafia ist eben groß verbreitet und richtet einen großen Schaden an. Viele Sachen gehen in die Drogen Geschichte zurück. sie sind kaltblütig und große Egoisten. Hat nur ein Laufbursche von ihnen eine große Klappe ,wird derjenige gleich kaltblütig ermordet . Die Mafia Bosse krümmen aber nicht selber ihre Hand, denn auch dafür haben sie ihre Leute. Es werden Drogen an Kindern verkauft, sie achten nicht das sie abhängig werden. Aber eins vergessen sie, auch ihre Kinder können abhängig werden. Wird eines ihrer kinder getötet, dann weinen sie, aber was ist mit den Menschen die ihre Kinder an den gekauften Drogen verlieren ? Daran verschwenden sie nicht einen Gedanken. Diese Mafia Welt, sie ist einfach frustrierend. Aber leider Gottes, man kann sie einfach nicht stoppen.

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