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Was darf der Chef

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heini65
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Anmeldungsdatum: 21.06.2010
Beiträge: 257
Wohnort: Kohlenpott

BeitragVerfasst am: 18.07.2010, 19:16 Antworten mit ZitatNach oben

Was darf der Chef ?
Die wichtigsten Irrtümer im Arbeitsrecht

1)Abfällige Bemerkungen über Vorgesetzte bedeuten Kündigung
Irrtum! Zwar kann die Beleidigung eines Vorgesetzten durchaus eine Entlassung rechtfertigen. Doch reicht die Macht des Chefs nicht so weit, eine fristlose Kündigung auszusprechen, wenn die Äußerungen weniger gravierend sind (hier der Begriff ,,frauenfeindlich“) und ein langjähriges Arbeitsverhältnis besteht. In diesem Fall ist eine Abmahnung erforderlich. Zudem beanstandeten die Richter, dass der Chef nach dem Vorfall kein klärendes Gespräch geführt hat.

2)Häufige Pausen werden vom Gehalt abgezogen
So weit reicht die Macht des Chefs auf keinen Fall. Selbst wenn ein Angestellter wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen einen bedeutenden Teil seines Arbeitstages nicht am Schreibtisch, sondern auf der Toilette verbringt, rechtfertigt das keine Gehaltskürzung. Das gilt sogar für den Fall, dass der Arbeitgeber die verlorene Arbeitszeit exakt dokumentieren kann.

3)Wegen Mobbing muss kein Chef zahlen?
Irrtum! Dies zeigt ein Urteil des Arbeitsgerichts Cottbus: Die Richter verhängten
30 000 Euro Schmerzensgeld, weil der Chef es zuließ, dass eine Angestellte gemobbt wurde.

4)Fehlende Deutschkenntnisse sind kein Kündigungsgrund
Leider doch. Wer die in Deutsch abgefassten Arbeits- und Prüfanweisungen in einer Produktionsfirma nicht versteht, dem darf gekündigt werden. Denn so die Richter, eine Diskriminierung liegt hier nicht vor. Erst recht nicht, wenn die Firma dem Angestellten Deutschkurse während der Arbeitszeit angeboten hat. Kernsatz des Urteils:,,Einem deutschen Unternehmen ist nicht zu verwehren, von seinen Mitarbeitern ausreichende Kenntnisse der deutschen Schriftsprache zu verlangen.

5)Jeder Chef kann Mitarbeiter für einen Niedriglohn einstellen
Jeder, der das versucht, merkt schnell, dass dies ein Irrtum ist.Richter haben kürzlich den Chef einer Pizzeria zu Schadenersatz in Höhe von 6000 Euro verurteilt, die er an die Agentur für Arbeit abführen muss. Er hatte seinen Leuten Löhne von 1,32 Euro pro Stunde gezahlt, sodass die Arbeitsagentur,,Arbeitslosengeld II“als Aufstockung leisten musste. Die Agentur hatte sich die Ansprüche der Mitarbeiter abtreten lassen.

6)Wegen ein paar Raucherpausen ist noch keiner geflogen
Vorsicht, das ist einer der gefährlichsten Rechtsirrtümer überhaupt! Der Chef hat sehr wohl die Macht, einem Arbeitnehmer fristlos zu kündigen, wenn der sich trotz mehrfacher Abmahnung Raucherpausen genehmigt, ohne vorher auszustempeln.



7)Bei einem Bagatelldiebstahl hat keiner eine Chance
Das sehen Richter nicht mehr ganz so streng. Zwar müssen Arbeitnehmer selbst bei geringwertigen Diebstählen immer noch mit einer fristlosen Kündigung rechnen. Aber: Der Chef muss die Bertriebszugehörigkeit, das bisherige Verhalten des Mitarbeiters und die persönlichen Folgen einer Entlassung berücksichtigen. So erklärte das Landesarbeitsgericht Hamm die fristlose Kündigung einer Bäckereiaushilfe, die ein gekauftes Brötchen mit etwas Brotaufstrich des Abeitgebers bestrichen hatte, für überzogen und unwirksam.

8)Der Chef darf eine Krankmeldung nicht anzweifeln
Und ob er das darf! Etwa, wenn sich ein krankgemeldeter Arbeitnehmer (hier bereits ein Jahr arbeitsunfähig) weigert, sich für eine vom Arbeitgeber angebotene Umschulung einer amtsärztlichen Untersuchung zu unterziehen und seinen Arzt von der Schweigepflicht zu entbinden. In diesem Fall darf der Chef eine Abmahnung schreiben und den Betreffenden entlassen,wenn der sich weiterhin querstellt.

9)Wer keine Lust auf Arbeit hat, riskiert seinen Job
Das könnte einigen Chefs so passen, stimmt aber nicht. Die Äußerung eines Arbeitnehmers, er habe keine Lust zu arbeiten, rechtfertigt keine fristlose Kündigung. Denn, so das Gericht, in einer derartigen, während eines Streitgesprächs gefallenen Äußerung ist kein ernsthafter Abkehrwille des Mitarbeiters zu erkennen. Eine seitens das Arbeitgebers ausgesprochene Kündigung ist unwirksam.

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heini65
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Beiträge: 257
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BeitragVerfasst am: 26.07.2010, 16:59 Antworten mit ZitatNach oben

10) ,,private Internenutzung"

Hätten Sie gedacht, dass einem Angegestellten selbst dann gekündigt werden kann, wenn er mit Erlaubnis des Chefs das Internet privat nutzt? Tatsache: Wenn die Nutzung in einem solchen Ausmaß erfolgt, dass der Arbeitnehmer nicht annehmen kann, sie sei vom Einverständnis des Chefs gadeckt. Zudem kann die Beeinträchtigung des Netzwerks durch downloads oder die Gefährdung durch Viren zur Kündigung führen.

11) ,, abfällige Bemerkungen"

Grundsätzlich können abfällige Bemerkungen über Vorgesetzte oder die Firma zur Kündigung führen. Erst recht, wenn Kunden die Äußerungen mitbekommen oder wenn Kraftausdrücke fallen.

12) ,, angedrohte Krankheit"

Eine klassische Situation: Der Chef lehnt das Urlaubsgesuch ab, der Angestellte kündigt daraufhin eine Krankheit an und bleibt der Arbeit im fraglichen Zeitraum tatsächlich fern. Richter sehen darin einen massiven Vertrauensbruch und bejahen eine sofortige fristlose Kündigung. Allerdings muss der Arbeitgeber diese Äußerung beweisen können.

13) ,, unentschuldigt fehlen"

Der Arbeitgeber braucht keine zwei Abmahnungen, bevor er wegen unentschuldigten Fehlens fristlos kündigen darf. Sondern nur eine- und der Nachweis einer Betriebsstörung ist nicht erforderlich.

14),,Dauerkrankheit"

Arbeitnehmer, die immer wieder für ein paar Tage krank sind, können wegen ihrer schlechten Gesundheitsprognose entlassen werden. Das kann nur der eigene Arzt widerlegen, wenn man ihn von seiner Schweigepflicht entbindet.

15) ,,Vorteilsnahme"

Auch wenn gar kein Schaden entsteht: Wer Rabatte, die der Arbeitgeber bei anderen Firmen bekommt, privat nutzt, kann fristlos entlassen werden.

16) ,,Lüge bei der Einstellung"

Eine falsche Aussage bei der Bewerbung ist eine arglistige Täuschung- und Grund für den Chef, den Vertrag anzufechten.

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Ford, Frauen, Geld, Gesundheit, Job, NES



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